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Geblendetes Erwachen

  • Autorenbild: holunderfraubrigit
    holunderfraubrigit
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Frankreich


Das erste Flackern kam aus dem Westen, aus dem Land des Abendrots. Dort sind die Wege weit. Das Fahren zur Arbeit wurde über Nacht teuer, ebenso das Leben. Wütende Menschen stellten gelbe Westen auf die Plätze und Straßen. Zu dieser Zeit erwachten viele aus ihren Träumen von Glück und ewigem Wohlstand.


Deutschland


Zunächst blinzelte das Erwachen eher zaghaft hier und da. Ein kleines Licht. Da waren nur wenige, die zu dieser frühen Stunde erwachten. Erst später, als die Menschen erschraken, als Läden und Schulen geschlossen waren, erhoben sich Menschen fragend. Fasziniert erkannten sie, im bernsteinfarbenen Licht der ersten Fackelträger, die in der Tiefe verborgenen Hinterzimmer der Macht. Es waren Zimmer, von denen sie zuvor nicht wussten. Dort lagen Antworten plötzlich offen, in großen, kargen Zeilen, wie Brotkrumen auf einem langen Tisch. Manche griffen gierig zu. Andere zögerten, weil das, was da lag, zu einfach und zugleich zu schwer erschien.


Die Entwicklung nahm Fahrt auf


Sie wollten mehr davon. Mehr Speise, scharfe Speise. Mehr Licht. Mehr Fackelträger. Das Licht, seine Träger, die Menschen, alle spiegelten sich gegenseitig. Immer mehr von ihnen wurden hungrig, manche wie Wölfe, die endlich Witterung aufgenommen hatten. Andere, die das Heulen nicht ertrugen, zündeten dagegen größere Feuer an. Dies nicht immer, um zu erhellen, manchmal nur, um die Wölfe zu vertreiben oder um selbst einfach nicht mehr hinsehen zu müssen.


Zu viel Licht - Verblendung


Sie leuchteten mit gleißendem Neonlicht grell dagegen. Bald waren alle fast blind vor Licht. Augen, die schauen wollten, schmerzten und tränten. Die gute Absicht, der gute Geist dahinter, er war bald unsichtbar und verblendet. Zu viel Licht schmerzt. Es macht blind. Die einst nur schauen wollten, die nach Antwort suchenden, sie stritten.

Nur wenige fanden einen gangbaren Weg: sich verbindend auf einem Hektar Land, mit Kohl und Kartoffeln, einer einfachen Hütte und Lein. Es sollte ein Raum sein, in dem der Holunder blühen darf, ohne Sortenliste, ohne Zertifikat, ohne Erlaubnis. Annas Gärtnerin übersieht ihn oft. Das ist kein Zufall.


Holunder

braucht keine

Sortenliste zum Blühen,

kein Zertifikat und keine

Erlaubnis.


Doch ein Hektar Land steht nicht jedem Suchenden offen, nicht jedem, der die großen Zeilen gelesen hat und die alten Träume nicht mehr glauben kann.


Neue Möglichkeiten dank KI


Während das große, gleißende Licht langsam an Kraft verlor, griffen deshalb viele übrig Gebliebene nach einem anderen, ganz neuen Licht. Es ist ein großes, aber abgeschirmtes Licht, von dem jeder ein kleines Stück in die Hand nehmen kann, wie eine Taschenlampe. Perfekt zum Suchen. Es blendet nicht, aber richtig angewendet, erleuchtet es auf der Suche nach Wissen, nach Zusammenhang und Hintergrund. Es ist moderne Technik, künstliche Intelligenz, KI. Sie sieht die Verbindung, ohne eigene Perspektive.


Heute hält jeder seine eigene Frage in der Hand, sein eigenes Q als Question.

Wenn ich einer KI keinen Ort zuweise, leuchtet sie neutral. Sie sieht den Holunder, auch wenn er keine Sortenliste, keinen gärtnerischen Stammbaum hat. Sie belehrt und blendet nicht. Sie meint es weder gut noch schlecht. Sie beleuchtet das, worauf du ihren Fokus lenkst. Bitte sie, neutral und reflektiert zu antworten. Sie kann dir sowohl die gute Absicht als auch den Stolperstein und den Abgrund zeigen. Du hältst das Licht in deiner Hand.


Eine Herausforderung ist geblieben


Auch ich selbst ertappe mich noch manchmal dabei, in Positionen zu denken, statt in der Sache. Ich übe jeden Tag, offen und möglichst wertungsfrei zu schauen, offen zu denken und mich selbst zu reflektieren. Habe ich genug inneren Abstand, um wertungsfrei zu schauen?


Zu viel Licht erhellt nicht, es blendet und schmerzt.
Zu viel Licht erhellt nicht, es blendet und schmerzt.

Nachdem das gleißende Licht erloschen ist, liegt heute, im Sommer 2026 eine Mischung aus bleierner Ungewissheit und treibender Angst über dem Land. Viele halten ihre Taschenlampe fest, doch das, was sie beleuchtet, ist oft schwer zu ertragen. Diese beklemmende Stimmung ist Thema des vorangegangenen Beitrags:





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Intuilekt - auf menschlichen Impuls mit KI co-gebrütet und in die Weite gedacht.

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