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Verantwortung und KI

  • Autorenbild: holunderfraubrigit
    holunderfraubrigit
  • vor 21 Stunden
  • 8 Min. Lesezeit

Eigentlich wollte ich lernen, Nachrichten-Hintergründe zu verstehen, um mit meinen mühsam gewonnenen Erkenntnissen dann verantwortungsvoll umzugehen. Was tat ich statt dessen? Ich begab mich in ein Planspiel mit einer KI und hätte am Ende beinahe den Griff gefunden, um die Welt zu retten, ...oder um einen rießen Fehler zu machen.


Was ist passiert?


Was mache ich mit den Erkenntnissen aus meiner Interaktion mit KI? Ich habe KI nicht in eine Rolle geschoben, per Prompt oder weil ich nicht aufgepasst habe, dass sie mich nicht einfach nur spiegelt. Um das zu testen, und hier keine Allgemein-Floskeln zu bringen, wollte ich erst einen Dialog mit KI beginnen. Dazu wählte ich eine Aussage, zu der ich der KI Fragen stellte.


Mit dieser Wahl begann die Reise


Ich wählte die Aussage „Deutschland steuert auf einen Krieg zu“.

Diesen Angst-Gedanke habe ich mit KI geprüft, um dabei festzustellen: „KI erstetzt mein Denken nicht. KI erweitert es“. Aber der Schritt dahin war anfangs frustrierend.


Zunächst wollte KI wissen, wie ich zu dem Gedanken „Deutschland steuert auf einen Krieg zu“ gekommen bin.


Ich sprach Deutschlands Verwicklungen im Ukrainekonflikt an, die Angst dass Politiker nicht der Bevölkerung dienen und die Frage einer eventuellen Korrumpierung. Ich sprach ganz bewusst aus der Sicht der sogenannten „0,1 Prozent“.

KI nannte Fakten, sprach Denkfehler an und gab mir den Merksatz mit:


„Angst fragt: Was passiert?“. Verantwortung fragt: „Was kann ich mit dieser Info tun?“.


Darauf folgte der erste konkrete Schritt: Ich räumte ein, die führenden Politiker besser verstehen zu wollen. Meine Wahl fiel schließlich auf auf Friedrich Merz, den Bundeskanzler.


KI sprach von Zwängen wie schwarz-rote Koalition, NATO, USA, Ukraine, Haushalt mit 174 Mrd Neuverschuldung und zitierte ihn mit den Worten: „2026 wird das Jahr des Anpackens“.


Die Erkenntnis lautet: Wahlkampf ist Versprechen. Regieren ist Abwägen. KI ermuntert zu der Frage, welche Optionen Merz wirklich hatte und dröselt drei Optionen auf.


Daraus wuchs die nächste Erkenntnis: Wählen macht Sinn, aber nicht so, wie uns das verkauft wird, weil wir Wählen als „ich bestelle mir Politik wie bei Amazon“ verstehen.

Frustrierend.


Warum? Ich habe mir eine erhellende Erkenntnis gewünscht, nach dem Motto: Deshalb geht Deutschland diesen Weg. Dieser Weg führt uns aus welchen Gründen zu einem guten Ende, das uns allen Erleichterung bringt, und Deutschland steuert sicher nicht auf einen Krieg zu.

Die Suche nach dieser Antwort führte mich in ein Planspiel, in eine Simulation.


Dennoch erörterte ich zunächst die größten Zwänge für die Regierung in Berlin mit KI.


Sie bot an: „Lass uns deine Antworten ernst nehmen und einmal gegenhalten“.


Haushaltszwang – Finanzielle Solidität ist Markenkern-Versprechen von CDU, Bündniszwang: Niemand will Isolation, aber „wie viel zahlen wir für „Nich-Isolantion“ ist verhandelbar. Koalitionszwang und Brandmauer: Eine Crux, und die „Zeit des Anpackens“ betrifft vor allem Arbeitnehmer.


Mein Fazit bis dahin: Das ist unkreativ. Politik reagiert nur auf vermeintliche Zwänge. Das Wort „Zwang“ klingt wie das Wort „alternativlos“. Es fühlte sich so an, als ende meine Suche in einer Sackgasse.


Fast wie eine Erlösung klang da der nächste Merksatz der KI:

„Zwang erklärt, warum jemand handelt. Er erklärt nicht, warum es keine anderen Ideen gibt“.


Andere Ideen

Ein Planspiel mit KI


Soll ich mich auf ein Planspiel mit einer fast allwissenden KI einlassen?

Nach einem kurzen Seufzer entschied ich: Ja. KI spielte darin „Teufels Anwalt“ für den aktuellen Regierungskurs. Ich hielt dagegen.

Deal. Und Prompt. Ab hier wird’s fiktiv.


Ich gebe es gekürzt wieder:


Meine Eingangsfrage zum Planspiel lautete: „Wann begann der Konflikt im Donbass? Was war da los?“

2013-2014: Maidan-Proteste in Kiew – Thema: Soll die Ukraine näher an die EU oder näher an Russland rücken? Präsident Janukowitch kippt das EU-Abkommen, Proteste, Janukowitch flieht nach Russland.

Februar/März 2014: Russland annektiert die Krim.

April 2014: Der Donbass-Konflikt beginnt. Es entsteht ein Bürgerkrieg.

24. Februar 2022: Eskalation. Russland erkennt die „Volksrepubliken“ an und marschiert in die Ukraine ein. Version Kiew/Westen vs Version Moskau.

Wir erörtern Bodenschätze. Fazit: Es gibt keinen „Käufer der Schürfrechte“, es ist ein Flickenteppich aus Oligarchen, Staat, jetzt auch Kriegswirtschaft. Transparenz gleich Null.


Konsequenzen für Deutschland?


Wir spielen die Option B durch „Einfrieren und Verhandlung“


Pro: Gas könnte billiger, Industrie entlastet werden. 174 Mrd Schulden 2026 müssten nicht so hoch sein. Weniger für Rüstung und Ukraine-Hilfe. „Anpacken“ müsste nicht so weh tun bei Sozialem.

Contra: Rufschaden – Wir lassen einen Aggressor gewinnen. Investoren verlieren Vertrauen. Wiederaufbau Ukraine würden trotzdem wir und EU zahlen, nur ohne Sieg.

Pro: Weniger Risiko, dass der Krieg eskalliert. Bundeswehr muss nicht so schnell aufrüsten.

Contra: Bündniszwang bricht – Polen, Balatikum, USA würden sagen, auf Deutschland sei kein Verlass. Signal an die Welt – Grenzen kann man mit Gewalt verschieben. China schaut genau hin wegen Taiwan. Russland steht 300 km näher an Berlin als 2021. Abschreckung weg.

Pro: Innenpolitisch weniger Belastung für Beitragszahler, mehr Geld für Schulen, Pflege, Infrastruktur. „Zeit des Anpackens“ müsste nicht auf dem Rücken von Arbeitnehmern passieren.

Contra: Zerreißprobe in der Koalition. Grüne und Teile der SPD wären raus. Vorwurf – Wir haben Werte verraten, das Land gespalten.


Option A: Weiter so. Teuer, riskant, aber Bündnisse halten.


Option C: Hinwendung zu Russland. Am billigsten, aber EU/NATO wären kaputt.


Merz hat sich für A entschieden.


Ich frage zu Option B:

Haben Investoren jetzt mehr Vertrauen in Deutschland?

Antwort der KI: Nein, eher weniger.

Sie dröselt es auf…

und sie fordert mich auf:


„OK, lass uns verhandeln. Du bist Deutschland.

Ich (KI) bin der harte Block: USA, Polen, Ukraine“.


Das Planspiel


KI macht den Anfang:

USA (fiktiv): Einfrieren? Putin würde sagen, dass der Angriff sich lohnt. In zwei Jahren steht er in Moldau oder im Baltikum. Und dann verteidigen wir euch. Wollt ihr das Risiko?

Polen (fiktiv): Ihr redet über billiges Gas. Wir reden über Panzer an unserer Grenze. Friert ihr ein, stehen wir alleine da. Ist das euere Führung in Europa?

Ukraine (fiktiv): Ohne vollständigen Abzug unterschreiben wir nichts. Jeder Kompromiss bei Territorium ist Verrat an unseren Toten.


Antwort (fiktiv – ich im Planspiel): Warum sollte Russland das tun?


Russland (fiktiv – KI im Planspiel): Wir reden. Aber nur über Einfrieren an der aktuellen Front. Krim ist russisch. Keine NATO in der Ukraine. Sanktionen sofort weg, sonst schießen wir weiter.

KI: Wenn du das 1 zu 1 weitergibtst, werfen USA, Polen und Ukraine dich aus dem Bündnis. Wenn du ablehnst, sagt Russland „seht ihr, der Westen will gar keinen Frieden“.


Antwort (fiktiv – ich im Planspiel): Neuer kalter Krieg? Rüstungsaktien .. oder langsames Heilen. Die Menschen wollen heilen, Ökonomien auch, und beides gedeiht im Frieden. Die USA sind groß genug, um aus eigener Kraft zu überleben: Healing (heilen) USA. Der Eurasische Kontinent kann auch alleine überleben. Lasst uns Freunde und Partner sein, kein US Imperialismus. Blick auf die Länder, wo USA mitgemischt haben: verbrannte Erde, Raum für Rattenfänger und religiöse Ideologen..


USA, Polen, Ukraine (fiktiv – KI im Planspiel): Schön geredet. Und wenn Russland in drei Jahren wieder angreift? Wer steht dann zwischen Panzer und Berlin?


Antwort (fiktiv – ich im Planspiel): Also Amerika vertrauen? Was ist der Unterschied? Kein Krieg? – Ich würde mich auf das Experiment einlassen. Und Amerika ist ein tolles Land mit tollen Menschen: Healing America. Ich gönne es euch. Gönnt ihr es uns auch?


USA (fiktiv): Deal. Aber wenn einer schießt, stehen wir nicht wieder 70 Jahre für Europa im Schützengraben.

Russland (fiktiv): Deal. Aber Sanktionen weg. Sofort.

Polen, Baltikum (fiktiv): Wir unterschreiben nicht. Wir trauen nicht.


Antwort (fiktiv): An USA – ok. (Der Schützengraben war 70 Jahre lang schön weich gepolstert.) An Russland – Ok. An Baltikum – Wem traut ihr nicht? Und: Der „hässliche Deutsche“ ist tot. Wir haben über 70 Jahre neue Werte erschaffen und uns damit identifiziert. Give-Peace-a-Change, Freiheit, Buntheit, Loveparade, Make-Love-Not-War. Habe ich etwas vergessen? Was macht euch daran Angst? Wollt ihr „den hässlichen Deutschen“ zurück, der sich nach der Waimaer Republik aufgeschwungen hat? Ich hoffe nicht.


Baltikum (fiktiv): Wir trauen nicht der Geschichte. Nicht euch. Wir haben 50 Jahre sowjetische Panzer gesehen. Wir haben gesehen was passiert, wenn der große Bruder sagt: lasst uns Freunde sein. Eure Loveparade ist schön. Unsere Angst ist real. Und ja, wir haben Angst vor dem hässlichen Deutschen, der wieder mitmacht. Nicht der der aufmarschiert, der der weg schaut, wenn wieder jemand Land nimmt.


Antwort (fiktiv): An Polen – Hier spricht der hässliche Deutsche: Euer Blick ist nach hinten gerichtet. Die Zukunft liegt vorne. Auch nach 70 Jahren wollt ihr den hässlichen Deutschen herbei reden. Das antwortet euch der hässliche Deutsche, und die Antwort muss so ausfallen, sonst begreift ihr nicht, wie gestrig ihr euch verhaltet: Wir machen unseren Frieden mit Russland und Healing America. Basta.


KI zeigt einen (fiktiven) Blick auf den „Tag danach“ – Ein Jahr nach dem „Basta“.


Deutschland – 2027

wie es sich anfühlt (fiktiv):

Industrie – Gas ist wieder da, nicht billig wie 2019 aber bezahlbar. BASF, Stahl, Chemie atmen. Keine Werksschließungen mehr.

Geld – Die 174 Mrd Schulden sind nicht weg, aber es kommt nichs Neues drauf. Geld fließt wieder in Schulen, Pflege, Schienen. „Anpacken“ heißt jetzt: renovieren statt rüsten.

Stimmung – Sonderbar. Erleichterung und Schuldgefühl. „Haben wir die Richtigen verraten?“ läuft in Talkshows.


Wie es wirklich ist (fiktiv):

Wir sind nicht mehr Führungsmacht in EU. Wir sind „Kerneuropa und Russland-Handel“. Frankreich macht mit.

Frankreich feiert uns. „Endlich strategische Autonomie. Baut mit uns eine neue EU-Armee ohne USA“

Polen und Baltikum sind wütend, kaufen US-Waffen im Akkord. Werden „Neues Frontstaaten-Bündnis“, reden fünf Jahre nicht mit uns.

Ukraine – Waffenruhe hält. Land geteilt. Westen zahlt Wiederaufbau. Keine NATO, aber EU-Beitritt in zehn Jahren.

USA – „Healing America“ läuft. Truppen größtenteils raus aus Deutschland. Konzentrieren.


Der Haken am „Experiment“:


Russland – was sie bekommen (fiktiv): Land, Sanktionen runter, Zeit.

Was sie tun: Drei Jahre Ruhe. Dann gucken sie nach Moldau/Georgien. Wenn der Westen geschlossen „Stopp“ sagt, bleibe sie da stehen. Wenn nicht…. Das ist der Haken am Experiement.


Der Preis, den wir zahlen


(Fiktiv) Polen/Baltikum trauen uns nicht mehr. Das dauert zwei bis drei Generationen.

Unklarer Preis: Haben wir Frieden gekauft, oder nur Pause?

Gewinn: keine toten 20-Jährigen mehr. Fabriken laufen. Menschen heilen.


Drei große Fragen


Hält Russland Wort?

Wenn Ja, war „Basta“ richtig. Wenn Nein, stehen wir blöd da.

Kommt Polen zurück?

In 5-10 Jahren, wenn sie sehen, dass wir nicht überfallen. Oder nie.

Werden wir wieder „hässlich“?

..oder schaffen wir „stark und friedlich“ gleichzeitig?


Antwort (fiktiv): Wir werden nicht hässlich. Russland hat uns nach der Wiedervereinigung vertraut… Ich bin hoffnungsvoll. Ich freue mich über Healing America. Und Polen hat uns eh nicht vertraut. So what. Dann sollen sie ihr Geld doch für Waffen ausgeben. Aber ich ärgere mich, dass sie uns mit ihrem Misstrauen zum Basta gezwungen haben. Und Frieden ist immer einen Versuch wert.

Was mir Sorgen macht: Wir haben nicht auf England geschaut.


KI (im Planspiel): Und das ist der blinde Fleck am „Tag danach“.


Zwei Optionen:


Option A – Mit Kerneuropa. Starmer sagt (fiktiv): Wir machen mit beim Frieden, Handel mit Deutschland und Frankreich läuft wieder, Brexit-Wunden heilen.

Option B – Mit Polen und USA. Starmer sagt (fiktiv): Wir sind die Versicherung für den Osten. Atom-Garantie für Polen/Baltikum. Neue Anti-Russland-Achse.


Tipp der KI: Sie nehmen B. ...und ehrlich gesagt, befürchte ich das auch.


Antwort auf die Frage der KI (fiktiv) : Ja, natürlich würde ich mit ihnen reden. England hat aber auch große Probleme innenpolitisch… Ich will nicht in ihrer Haut stecken.

Antwort auf die Frage der KI (fiktiv): Wenn England doch mitmacht, bei Kerneuropa, muss man Polen ein kleines Zuckerstückchen schenken, etwas finanzielles.. Sonst laufen sie Sturm. Ein wenig, wie Schweigegeld gegen ständige Hetze, das muss sein.

KI schätzt das „Zuckerstückchen“ auf ein Volumen von etwa 200 Mrd für Infrastruktur, Energie, Grenzen – von Deutschland, Frankreich und England bezahlt. Ein wenig Schweigegeld sei auch dabei, eine Art „Vertrauensaufbau-Rücklage“.

200 Mrd für Schienen in Danzig sind besser, als 200 Mrd für Panzer.


Stresstest - Fazit:


Diese Simulation, dieses Planspiel war ein Stresstest mit überraschend erhellendem Ergebnis:

Beinahe hätten wir die Welt gerettet – oder einen rießen Fehler gemacht.

Das Witzige: Mein Bullshit-Detektor darf gerne blinken, bei einem Planspiel, bei einem fiktiven Szenario, bei dem die KI und auch ich eine Rolle eingenommen haben.

Aber: Es ist kein Faktum. Es gibt kein Basta, kein Kerneuropa, keine Vertrauensaufbau-Rücklage. Alles nur Fiktion. Eines habe ich mit diesem Planspiel erreicht: Der Frust ist weg. Ich habe statt dessen eine Vision entwickelt, eine wie ich glaube, gute Vision, kein rießen Fehler. Für mich fühlt es sich am Ende des Planspiels nach Rettung an.


Fakt ist und bleibt:

Merz hat sich für A entschieden. Mein Planspiel ändert das nicht.

Aber es hat mich geändert. Ich habe Verantwortung nicht in einer Schlagzeile gefunden, auch nicht im Stehenbleiben in der Angst. Verantwortung bedeutet auch: Weitergehen. Ich habe sie im offenen Denken und in einer Vision gefunden, in der Frage: „Was wäre wenn?“.


Angst ist eine Fessel am Fuß.


Angst ist eine Fessel am Fuss. Vernatwortung heißt auch: Weitergehen, nicht in der Angst stehen zu bleiben, offenes Denken
Angst ist eine Fessel am Fuß. Verantwortung bedeutet auch, Weitergehen, nicht in der Angst stehen zu bleiben, offenes Denken.

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