Blüten-Metapher
- holunderfraubrigit
- 10. Mai
- 2 Min. Lesezeit
vom Loslassen
Heilung für die Entsorgte-Mutter-Seele:
Dies ist kein lyrisches Gedicht, es ist ein Impuls, eine Inspiration zum Heilen, ein bisschen schräg, und sehr echt, lebensecht. Gerade wachsen nur jene, die nie im Sturm standen. Wir Holunderfrauen, wir sind vom Wind gezeichnet, etwas schräg, etwas knorrig, etwas weise. Skurril ist das neue Stark.
Blatt 1: Die Hände
Ich hielt dich, klein und warm, in meinen Händen.
Jetzt halten meine Hände nur noch mich.
Die Leere schmerzt wie Mehl auf einer Wunde.
Doch ich darf trauern und trotzdem Ich sein.
Meine Hände: Nun frei, für mich. Für Holunderkekse.
Blatt 2: Die Liebe
Ich liebte laut mit Tisch und Kuchen.
Jetzt liebe ich leise, ins Leere hinein.
Kein „Danke“ geflüstert, nur Wind in den alten Buchen.
Doch Liebe wird nicht weniger vom Alleinsein.
Sie wird wie Holunder, blüht, wird Sirup, bleibt mein.
Blatt 3: Der Sturm
Du sagst, ich war nicht gut genug für dich.
Ich sage: Ich stand im Sturm und musste wachen.
Das war nicht leicht, mit Angst und Pflicht.
Perfekt ist der Himmel, ich nicht, konnte nur machen und tun.
Ich war keine schlechte Mutter. Ich war da. Im Sturm.
Blatt 4: Das Band
Ein Faden ist dünn, doch reißt er noch nicht.
Zwei Fäden ins Leere, sie ziehen und stechen.
Loslassen heißt nicht, dass die Liebe zerbricht.
Es heißt: Ich höre auf, mich selber zu schwächen.
Ich halte das Band mit offener Hand, aber ziehe nicht mehr.
Blatt 5: Die Küche
Die Küche ist leer, kein Krach, kein Kuss.
Dein Stuhl bleibt kalt, der zweite Teller rein.
Erst schmeckt die Stille nach Überdruss.
Doch ich male sie bunt: Mit Öl, mit Sirup mit Stein.
Ich backe die Küche voll: Mit Duft, mit Licht, mit mir.
Auge der Blüte:
Ich stand im Sturm – des Lebens,
sah nicht alles, liebte doch.
Das war genug.


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