Wanderin
- holunderfraubrigit
- 3. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Bis der Tod euch scheidet
Es blieb der Eid, den sie nicht brechen mag.
Gemeinsam den Weg sie einst erkundet,
über den kleinen Berg er führen sollte,
ins grüne Tal wo die Alten wohnen.
Gerne wäre sie bei Ihm geblieben,
mit starren Augen, mit stillem Herz.
Aber die Jungen schauen ihr zu:
Wie traurig sind wir, wie stark bist Du?
Die Kinder erschraken gar sehr,
Mutter, wir wollen dich nicht mehr.
Ihr wundes Herz zerbrach erneut.
Doch sie hatte ihm ihr Wort gegeben.
Die Wanderin packte den Beutel sodann,
und ein langer Weg begann.
Geröll erschwerte jeden Schritt,
Eis und Kälte ihr Herz zerschnitt.
Die Leute achten auf Ihre Schritte,
manche grüßen, manche nicht.
Sie vergisst nicht ihre Worte,
aber sie vergisst oft ihr Gesicht.
Eine Wanderin ganz in Gottes Hand,
wie eine Fremde im eigenen Land.
Du wirst es auf Erden nicht finden,
ohne dich guten Herzens zu verbinden.



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